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Wie ein Jugendtraum doch noch wahr werden kann

04.00 Uhr – verschlafen stellt Rita ihren Wecker ab und denkt: «Nur noch 134-mal so früh aufstehen – danach kann ich endlich das tun, was ich möchte.» Dieser Gedanke beflügelt sie. Schon fast beschwingt steht sie unter die Dusche, zieht sich an und geht aus dem Haus. Rita ist für die Frühzustellung einer regionalen Zeitung zuständig – und wird in ein paar Monaten pensioniert. Ursprünglich hat sie Damenschneiderin gelernt. Als ihr Mann sie verliess, musste sie sich einen Job suchen, den sie mit der Kinderbetreuung vereinbaren konnte. So kam sie zur Frühzustellung. An und für sich wollte sie das nur vorübergehend tun – und blieb schliesslich 35 Jahre lang. Als Kind träumte Rita immer von der Bühne. Vom Theater. Vom Berühmtsein. Ihre Eltern liessen dies jedoch nicht zu: Sie sollte etwas Richtiges lernen.

Während Rita von Briefkasten zu Briefkasten fährt und die Zeitungen einwirft, denkt sie über das «Endlich tun, was ich möchte» nach. Wie so oft in den letzten Tagen. Sie ist auch ein wenig entmutigt. Der Zug mit dem Schauspielern ist doch längst abgefahren.

Träume werden wieder wach

Zurück im Medienhaus trinkt sie einen Kaffee. Wie immer ist sie mit ihrer Tour schneller fertig als ihre etwas jüngere Kollegin Ruth. Während sie wartet, blättert sie eine alte Zeitung durch und stösst auf ein Inserat: «Seniorenbühne sucht Laien-Schauspielerinnen». Sofort ist der Wunsch, auf der Bühne zu stehen, wieder da. Aber Seniorenbühne? Hm, nicht gerade das, wovon Rita als junges Mädchen geträumt hat…

Als sie gemeinsam mit Ruth an ihren Wohnort zurückfährt, erzählt sie ihr vom Inserat. Und auch davon, dass es eh nichts sei: «Ich wollte immer auf einer grossen Bühne stehen, aber doch nicht in einer Seniorengruppe.» Ruth aber ist begeistert – denn sie hat Rita anlässlich einer Familienfeier schon Sketche spielen sehen – und zwar richtig gut. Ruth lässt nicht locker und ermutigt Rita: «Ach, geh doch mal hin, du kannst ja immer noch abspringen. Es ist nur ein Informationsabend.»

Die Wünsche der Realität anpassen…

An den folgenden Tagen denkt Rita immer wieder über die Seniorenbühne nach. Sie ist hin- und hergerissen: Einerseits enttäuscht, dass sie nicht Schauspielerin werden durfte, andererseits verspürt sie auch Lust, als Pensionierte endlich tun zu dürfen, was sie schon immer wollte. Und immer wieder denkt sie über Ruths Worte nach: «…du kannst ja immer noch abspringen…»

«Begleitest du mich zum Infoabend?», fragt Rita Ruth eines Tages. Ruth nickt und freut sich für Rita. Am Infoabend wird bereits Improvisationstheater gespielt – und Rita ist sofort in ihrem Element. Das entgeht auch der Regisseurin nicht. Sie sieht Ritas ausserordentliches Talent und verspricht ihr die Hauptrolle im nächsten Theaterstück. Rita sagt sofort zu.

…und den Traum doch noch leben

200 Tage später: Rita ist inzwischen pensioniert. Sie sitzt am Frühstückstisch und liest die Zeitung, die ihr eine Frühzustellerin in den Briefkasten gelegt hat. Noch immer steht sie früh auf. Heute aber besonders früh. Denn heute wird die Premiere ihrer Vorstellung in der Zeitung besprochen. Als Rita den Artikel findet, ringt sie nach Luft: Zu sehen ist – wohlgemerkt in Grossformat – ein Bild mit ihr drauf – und auch die Kritik fällt wohlwollend aus. Rita wird sogar noch speziell erwähnt. «Wow, denkt sie sich», doch dann klingelt bereits ihr Handy. Es ist Ruth, die den Artikel auch gelesen hat und auf dem Heimweg ist. Sie will mit Rita einen Kaffee trinken, um den Erfolg zu feiern – übrigens nicht der einzige…

Schauen wir doch mal, was Rita zum Erfolg gebracht hat

Als Erstes hat sie zugelassen, dass ein alter Traum wieder hochkommen durfte. Auch wenn sie anfänglich die Idee immer wieder verworfen hat, hat sie mit Freundin Ruth darüber gesprochen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn DER Traum kommt so in die reale Welt, er bleibt nicht nur ein virtueller Gedanke, er wird zu einer möglichen Realität. Zudem bestätigt die Freundin das Potential, ermutigt sie auch und unterstützt sie auf ihrem Weg. Wäre Rita alleine mit ihrem Traum geblieben und hätte ihn nie ausgesprochen, wäre sie vermutlich nie dem Artikel in der Zeitung nachgegangen.

Möchten Sie wie Rita Ihre Pensionierung freudig erleben und sagen können, pensioniert sein ist lässig, ich lebe endlich mein Leben?

Dann gebe ich Ihnen ein paar Tricks mit auf den Weg

1. Fragen Sie sich, was Sie schon immer einmal machen wollten?
Lassen Sie dabei keinen Wunsch, keine Idee aus. In dieser Phase haben Beurteilungen wie «Ich bin zu alt» oder «Das ist nichts mehr für mich» keinen Platz.

2. Nun schauen Sie sich jeden Punkt der Liste genauer an. Was ist es beim Gleitschirmspringen, das mich anzieht? Warum wollte ich es schon immer tun? So gehen Sie jeden Punkt durch und schreiben alle Merkmale auf ein Blatt.

3. Schauen Sie nun, ob sich ein roter Faden ergibt und worum es denn genau in diesen Wünschen geht. Was ist es, was genau ausgelebt werden will?

4. Wenn Sie wissen, worum es geht, fragen Sie sich, wie Sie dieses Bedürfnis am besten erfüllen können. Was brauche ich, wo finde ich es und wie komme ich dorthin? In dieser Phase können Sie im Internet nach Angeboten suchen oder Menschen fragen, die Ihnen dazu verhelfen können. Fragen Sie bitte nur Menschen, die offen sind und Ihnen gönnen, dass Sie sich verwirklichen möchten.

5. Und dann? Nichts wie los, wagen Sie den Schritt: Heute ist es nicht zu spät, denn genau jetzt ist die Zeit dazu da.

Dieser Text wurde 4-händig geschrieben, den Part der wahren Geschichte von Rita, wurde von meiner Kollegin und Texterin Katrin Beer, von Text-Profi in Solothurn verfasst. https://www.text-profi.ch/ Die Erläuterungen dazu von Catherine Sorg.
Bild von meiner EOL Kollegin Claudia Esser, manusfactur, aus Dorsten in Deutschland https://www.manusfactur.de/

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in Allgemein Lebenscoaching Neuorientierung | 15. Juni 2018 | von Catherine Sorg